Jahresberichte

2020 wird das IVW 30 Jahre alt. Das ist für uns ein Anlass zu großer Freude und wir feiern unseren
Geburtstag mit einem zweitägigen Festkolloquium vom 16. bis 17. September 2020. Unser Konzept
„von den Grundlagen bis zur Anwendung“ hat sich seit unserer Gründung durch das Land Rheinland-Pfalz 1990 überaus bewährt und das Haus hat sich in den vergangenen Jahren zu einer führenden Forschungseinrichtung auf dem zukunftsträchtigen Feld der Faserverbundwerkstoffe entwickelt. Nach einer großartigen Aufbauleistung mit einem hochmotivierten Team der ersten Stunde durch unsere Gründungsväter, den Professoren Manfred Neitzel, Klaus Friedrich und Martin Maier, können wir heute mit Stolz auf eine Reihe wichtiger Grundlagenforschungsarbeiten (bis dato alleine 169 Dissertationen), Innovationen, erfolgreiche Ausgründungen und internationale Netzwerke zurückblicken.

Aber auch in der Zukunft haben wir noch viel vor. In einer glücklicherweise immer älter und wohlhabender werdenden Gesellschaft brauchen wir neue Lösungen in der Medizin- und Gesundheitstechnik. Dazu entwickeln wir fortschrittliche Technologien für maßgeschneiderte Orthesen und röntgentransparente Implantate, Beispiele findenSie in diesem Bericht auf Seite 52 und 62. Im Bereich der Mobilität sind nicht nur leichte und hochfeste Strukturen gefragt, die besonders kosteneffizient produziert werden können und Passagiere bestmöglich schützen, sondern auch multifunktionale und nachhaltige Lösungen. Beispiele finden Sie auf Seite 40, 66, 78, 84, 86, 92 und 98. Für den so wichtigen Bereich der Energie arbeiten wir z.B. an der weiteren Senkung von Reibung und Verschleiß (Beispiele auf Seite 56, 108 und 110) und an fortschrittlichen Technologien für Energiespeicher (Beispiele auf Seite 80 und 104). Bei allen unseren Arbeiten und Weiterentwicklungen orientieren wir uns an drei Leitprinzipien: Erstens an einem holistischen  Forschungsansatz, der die ganze Prozesskette vom Werkstoff über die Bauteilentwicklung und Fertigung bis zum Betrieb und Recycling berücksichtigt. Zweitens an der Nutzung der besonders mit  Verbundwerkstoffen so hervorragend umsetzbaren werkstofflichen Multifunktionalität auf der Mikro- und Mesoebene. Und drittens am Prinzip der Nachhaltigkeit, indem wir dafür sorgen, dass Bauteile extrem lange genutzt, einfach repariert und am Ende des Lebenszyklus effizient werkstofflich wiederverwendet werden können.