Internationale Standardisierung

Normen und Standards sind aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie definieren, charakterisieren, beschreiben und wirken dadurch qualitätssichernd, marktöffnend und fördern Transparenz sowie Sicherheit von Produkten und Prozessen.

In Deutschland wird die Normenarbeit durch den Staat unterstützt (Deutsche Normenstrategie der Bundesregierung) und wird insbesondere im DIN (Deutsches Institut für Normung) zentral gebündelt. Anders als oftmals angenommen entstehen Normen aber nicht durch den Gesetzgeber oder andere staatliche Stellen, sondern werden durch sog. „Interessierte Kreise“ erarbeitet und gepflegt. Diese interessierten Kreise bestehen aus Vertreterinnen und Vertretern von beispielsweise Industriefirmen, Verbraucherorganisationen, Forschungsinstituten oder auch Behörden, die unter der Organisation des DIN im Konsenzverfahren und eigenfinanziert an Normen und Standards arbeiten. Ausgehend von den verschiedenen nationalen Normenorganisationen (DIN, BIS, …) werden auf europäischer Ebene im CEN (Europäisches Komitee für Normung) und auf internationaler Ebene im ISO (Internationale Organisation für Normung) internationale Normen erarbeitet.

Das Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe engagiert sich für Wissenschaft und Anwendung in der nationalen und internationalen Normung im Bereich der Verbundwerkstoffe. Dies betrifft z.B. Leitung und Organisation der nationalen Normung, die Erarbeitung und Revision von Normen, Teilnahme an weltweiten Werkstoff-Ringversuchen, Einbringung von prüf- und werkstofftechnischem Sachverstand und Erfahrung sowie der Wahrung der Interessen der deutschen Gesellschaft in internationalen Gremien.

 

Das IVW wird im Bereich Standardisierung durch die folgenden Personen vertreten:

  • Leiter des DIN-Fachbereichs 2 “Duroplast- und Thermoplast-Formmassen” (NA 054-02 FB) im Normenausschuss “Kunststoffe” (FNK)
  • Beiratsmitglied des DIN-Normenausschusses “Kunststoffe” (FNK)
  • Obmann von zwei DIN Arbeitskreisen “Verstärkte Kunststoffe und härtbare Harze” (NA 054-02-02 AA) in “Kunststoffe” (FNK) und “Verbundwerkstoffe" (NA 131-02-01 AA) in “Luft- und Raumfahrt” (NL)
  • Mitglied der deutschen Delegation zu den internationalen Standardisierungskonferenzen des Technical Committee "Plastics" (TC61) bei ISO
  • Projektleiter mehrerer ISO und DIN Standardisierungsprojekte (e.g. Revision der ISO 527-4 „Determination of tensile properties“ Entwicklung von neuen Standards wie ISO-PWI „Tensile test for monolayer composite specimens”)

Dr.-Ing.

Sebastian Schmeer

Stellvertretender Abteilungsleiter Bauteilentwicklung & Kompetenzfeldleiter Mechanische Charakterisierung & Modellierung

Spezielle Expertise: Mechanische Charakterisierung von Werkstoffen, Bauteilen und Verbindungen (dehnraten- & temperaturvariant), DIN/ISO Standardisierung, Werkstoffverhalten unter Mehraxialität (Zug/Druck und Torsion), FEM Simulation (mechanisch), Materialmodellparametrisierung, Validierung von FE-Simulationsmodellen durch experimentelle Untersuchungen, Strukturintegrität, Metall-Faserkunststoffverbunde

Raum: 58/239
  • Obmann des DIN Arbeitskreises NA 060-34-15-01 AK „Kunststoffzahnräder“ in „Maschinenbau“ (NAM)

Prof. Dr.-Ing.

Joachim Hausmann

Technisch-Wissenschaftlicher Direktor Bauteilentwicklung & Kompetenzfeldleiter Ermüdung & Lebensdaueranalyse

Spezielle Expertise: Methodenentwicklung für realitätsnahe und effiziente Werkstoff- und Bauteilprüfung unter Berücksichtigung von Umwelteinflüssen (Temperatur, Feuchte, Medien)

Raum: 58/584