07.04.2017

Schnelle Prozesskette zur Verarbeitung naturf...

Die konventionelle Verarbeitung naturfaserverstärkter Thermoplaste ist derzeit mit erheblichem Platz- und Investitionsbedarf verbunden. Ausgangsmaterialien bilden Hybridvliese aus Natur- und Schmelzfasern, welche eine Pressstraße durchlaufen müssen. Nachteilig ist der lange und kostenintensive Prozess, der durch die Imprägnierung in der Kontaktheizpresse und die Formgebung in der Umformpresse bedingt ist.

Dieses Problem wird in dem jüngst gestarteten ZIM-Projekt „InfraHeat“ adressiert. Ziel des Projektes ist es, die Verarbeitung naturfaserverstärkter Polymere zu vereinfachen und damit ihre weitere Marktdurchdringung zu ermöglichen. Durch die Entwicklung eines Infrarot-Absorbers für die Additivierung vorvernetzter Naturfaservliese wird eine selektive Erwärmung der polymeren Matrix durch Infrarotstrahlung ermöglicht und so eine wesentliche Verschlankung der Prozesskette erreicht. Der Absorber wird direkt in die polymere Matrix integriert und sorgt für eine erhöhte Strahlungsabsorption bei Infrarot-Wellenlängen, die von Naturfasern weitestgehend transmittiert werden. Mithilfe der bereits vorvernetzten Vliese ist somit eine schnelle Erwärmung des Halbzeugs ohne Schädigung der Naturfasern möglich. Weitere erwartete Vorteile der schonenden und selektiven Aufheizung sind die Vermeidung einer thermischen Schädigung der Naturfasern sowie eine deutliche Reduktion störender  Emissionen und Gerüche.

Das IVW erforscht diese Fragestellungen zusammen mit den Kooperationspartnern Schäfer Additivsysteme aus Ludwigshafen sowie J. Dittrich & Söhne Vliesstoffwerk aus Ramstein-Miesenbach. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und soll anschließend eine kurzfristige Markteinführung der neuartigen Materialen ermöglichen.