22.09.2017

Mitglied im DIN Normenausschuss

Das Institut für Verbundwerkstoffe GmbH ist seit Mai 2017 in einem wichtigen deutschen Normungsausschuss für Faserverstärkte Kunststoffe vertreten. Dr. Sebastian Schmeer, Leiter des Kompetenzfeldes „Crash und Energieabsorption“ am Institut, wurde in der letzten Sitzung in den DIN-Arbeitsausschuss NA 054-02-02 AA "Verstärkte Kunststoffe und härtbare Harze" aufgenommen. Dieser Ausschuss ist mit ausgezeichneten Experten aus Industrie und Wissenschaft besetzt und legt nationale Prüfverfahren fest, um Werkstoffeigenschaften reproduzier- und vergleichbar ermitteln zu können. Im Kreis der internationalen Normungsorganisationen CEN (Europäisches Komitee für Normung) und ISO (Internationale Organisation für Normung) wird hier die deutsche Stimme vertreten, um über weltweit gültige Normen zu beraten und zu entscheiden.

Im Sep. 2017 hat Herr Schmeer als Mitglied der deutschen Delegation auf dem Plenary Meeting der ISO TC61 (Internationales Normengremium für Kunststoffe) in Daejeon , Korea, eine neue Charakterisierungs-methode für endlosfaserverstärkte Thermoplaste vorgestellt, die im folgenden zu einem Normenentwurf ausgearbeitet werden soll.

(Endlosfaser-)verstärkte Kunststoffe sind eine wichtige Werkstoffgruppe, die wegen ihres großen Leichtbaupotentials in vielen industriellen Anwendungen zunehmend zum Einsatz kommen. Moderne Flugzeugkonstruktionen bestehen zu einem Großteil aus karbon- und glasfaserverstärkten Kunststoffen. Auch im Automobil- und Maschinenbaubereich steigt der Anteil dieser Werkstoffe stetig. Moderne Hochleistungssportgeräte wie Fahrradrahmen, Golfschläger oder auch Rennfahrzeuge sind heute ohne diese Werkstoffe undenkbar. Auch das Institut für Verbundwerkstoffe hat bereits seit 1990 in vielen Anwendungsfeldern zum erfolgreichen Einsatz dieser Werkstoffe beigetragen (www.ivw.uni-kl.de). Seit 2015 besteht unter der Leitung von Herrn Dr. Schmeer ein Projekt, bei dem es um die Charakterisierung von endlosfaserverstärkten thermoplastischen Kunststoffen geht. Hier sollen weltweit gültige Standardisierungsmethoden für die Automobilindustrie ausgewählt und für einige Bereiche auch entwickelt werden. Auftraggeber sind namhafte Materialhersteller dieser Werkstoffe: Arkema, BASF, Covestro, Dupont, DSM, Evonik, Lanxess/Bond Laminates, Sabic und Tencate. Die Ergebnisse werden direkt mit einem Expertenkreis aus der Automobilindustrie (u.a. mit Vertretern von BMW, Daimler, VW) diskutiert und für einen schnellen Einsatz in der Branche vorbereitet.